Social Clean-ups in Afrika und Asien

Wir helfen Menschen in Afrika und Asien, die in Armut leben. Die Hilfsgelder werden nicht verschenkt, sondern als Aufwandsentschädigung für das Einsammeln von Müll aus Gewässern gezahlt. Wir verbinden mit dem Projekt Armutsbekämpfung und Umweltschutz.

Warum?

Das meiste Plastik im Ozean wird durch Flüsse aus Asien und Afrika eingetragen. In vielen Ländern dieser Kontinente fehlt eine funktionierende und flächendeckende Infrastruktur zum Müllmanagement. Flüsse werden darum häufig als natürliches Förderband verwendet, die den Müll aus den Städten heraustragen. Die Plastikverschmutzung des Nils beginnt bereits an seiner Quelle. Im Victoriasee – dem drittgrößten See der Erde – treiben ganze Inseln von Plastikflaschen und Plastiktüten. Die ausgedehnten Papyrussümpfe an seinen Ufern, die ein einzigartiges Ökosystem beherbergen, sehen häufig aus wie Mülldeponien. Der Müll im Victoriasee und im Nil wird durch die Sahara bis in das Mittelmeer getragen.

Es ist nicht verwunderlich, dass die größte Umweltbelastung durch Zivilisationsmüll von den ärmsten Ländern der Welt ausgeht. Der Zusammenhang zwischen Armut und Umweltverschmutzung wird bei einem Besuch der großen Städte Afrikas und Asiens sehr deutlich. Zum Beispiel in Nairobi, der Hauptstadt Kenias, Rund 3,5 Millionen Menschen leben dort, 60 Prozent davon in Slums. Die Bewohner der Slums kämpfen täglich gegen Hunger und Krankheiten. Es bleibt keine Zeit und keine Energie um sich Gedanken über ein umweltschonendes Müllmanagement zu machen. Der Nairobi-River ist darum aus Sicht der armen Menschen die sinnvollste Entsorgungsmöglichkeit. Der ehemalige Chef des UNEP, Klaus Töpfer, sagte dazu treffend: “Armut ist das stärkste Gift für die Umwelt“.

Unser Lösungsansatz

Um den Eintrag von Zivilisationsmüll in den Ozean nachhaltig zu reduzieren muss daher die Entfernung von unsachgerecht entsorgtem Müll mit der Reduzierung von Armut Hand in Hand gehen. Sana Mare e.V verfolgt darum den Ansatz der social cleanups. Der Verein organisiert Müllsammel- Aktionen an Stränden, Küsten und Flüssen in Afrika und Asien. Neben einer kleinen Anzahl freiwilliger Helfer werden die Arbeiten hauptsächlich von Frauen und Männern durchgeführt, die in Armut leben. Für die Teilnahme erhalten die Männer und Frauen einen fairen Tageslohn. Dieser liegt je nach Land und Region meistens zwischen 4,00 € und 6,00 €.

Durch die social cleanups werden drei positive Effekte für den Meeresschutz erzielt.

  1. Der Müll wird von Küsten und Ufern entfernt bevor er im Ozean endet
  2. Die Helfer können sich zumindest für einen Tag auf die Müllproblematik konzentrieren während sie einen fairen Lohn erhalten.
  3. Das Problembewusstsein wird in der armen Bevölkerungsschicht gestärkt.

Die Cleanup Koordinatoren arbeiten meistens ehrenamtlich. Nur in Ausnahmefällen erhalten sie selber einen Tageslohn. Die Koordinatoren stellen feste Teams zusammen, mit denen sie langfristig zusammenarbeiten. Den Helferinnen und Helfern wird somit in regelmäßigen Abständen entlohnte Arbeit angeboten. Dadurch wird die Armut der Menschen zumindest ein kleines bisschen reduziert.
Der eingesammelte Müll wird sachgerecht entsorgt. In einigen Regionen konnten bereits Kooperationen mit Recyclingunternehmen aufgebaut werden. Nach Möglichkeit wird der verwertbare Müll als Wertstoff an Recyclingfirmen verkauft. Die dadurch erzielten Einnahmen fließen zu 100% in das Projekt zurück.

Sana Mare führt seit 2020 social cleanups in Kenia und Uganda durch. Im Durchschnitt wurden in 2020 sieben Bedürftige Männer und Frauen pro Cleanup bezahlt. Die Masse des gesammelten Mülls beläuft sich auf durchschnittlich 240 kg pro Cleanup (Stand 15.10.2020). Für das Jahr 2021 sind mit der Unterstützung der Deutschen Stiftung Meeresschutz social Cleanups in Kenia, Uganda, Sri Lanka, Malaysia und Indien geplant.

Warum sollte jemand dieses Projekt unterstützen?

Ökonomische und ökologische Probleme sind oft eng miteinander verbunden. Eine nachhaltige Problemlösung kann daher nur erzielt werden, wenn Umweltschutz und Verdienstmöglichkeiten Hand in Hand gehen. Jetzt ist die Zeit für Solidarität mit den armen Menschen in Afrika und Asien gekommen. Dies ist eine große Chance, finanzielle Unterstützung mit aktivem Umweltschutz zu verbinden. Durch die Unterstützung des Projekts profitieren Menschen in Not ebenso wie die Natur.